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Archive for the 'Sprache' Category

“regnen” – ein intransitives Verb?

Friday, August 31st, 2007

Vielleicht sollte ich eine eigene Kategorie “Sprache” aufmachen…

Heute wird’s speziell, aber vielleicht interessiert es ja jemanden.
Es gibt transitive und intransitive Verben. Auf der verlinkten Seite bei canoo.net wird “regnen” als Beispiel für ein intransitives Verb angeführt.

Aber “regnen” kann doch – zumindest in einem Fall – auch mit einem Akkusativobjekt stehen. “Es regnet Hunde und Katzen.” Ist “regnen” damit nicht ein transitives Verb, das nur meistens intransitiv gebraucht wird?
Und wenn wir schon dabei sind: Da man aber für diesen Fall kein Vorgangspassiv bilden kann (“Hunde und Katzen werden geregnet.”), müsste es sich bei “regnen” um kein “echtes” transitives, sondern um ein “pseudotransitives” Verb handeln.

Was denkt ihr?

p.s. Da fällt mir noch was auf: Das Sprichwort “Es regnet Hunde und Katzen” stammt aus dem Englischen und ist einfach eine wörtliche Ãœbersetzung von “It’s raining cats and dogs”. “to rain” ist im Englischen ohnehin auch ein transitives Verb. Wenn diese wörtliche Sprichwortübersetzung der einzige Fall bleibt, in dem “regnen” mit Akkusativobjekt verwendet wird, liegt der Fall wohl so: “regnen” ist ein intransitives Verb und wurde nur durch die (dann eigentlich grammatikalisch falsche?) wörtliche Ãœbersetzung des englischen Sprichworts transitiv verwendet.

Die zwei Bedeutungen des Verbes “glauben” (Atheismus I)

Wednesday, February 21st, 2007

Atheisten glauben nicht an Gott. (Bzw. an einen Gott, an eine göttliche Entität usw. usf.)

So einfach diese Aussage scheint, zu so viel oder noch mehr Diskussionen, Missverständnissen oder gar Streit (zumindest aber hitzigen Debatten) kann sie führen. Ich denke, auch deswegen, weil das Verb “glauben” mindestens zwei Bedeutungen hat. Auf diese möchte ich hier zunächst eingehen. (more…)

prophesy – prophecy

Thursday, August 10th, 2006

Die wundersame Aussprache des Englischen…

Das Substantiv “prophecy” (die Prophezeiung) wird so ausgesprochen, dass es sich auf “bee” reimen würde. Das Verb “to prophesy” (prophezeihen) dagegen reimt sich auf “pie”.
Allerdings gibt es, zumindest laut Merriam-Webster, für das Substantiv auch die Schreibweise “prophesy” – gesprochen wird das dann aber auch wieder so, dass es sich auf “bee” reimt.

Erweiterter Infinitiv wieder mit Komma!

Tuesday, August 8th, 2006

oder: Wie die deutsche Sprache am 1. August 2006 gerettet wurde

Die Rechtschreibreform hatte meiner Meinung nach ihre guten und schlechten Seiten. Zu den Letztgenannten gehörte ganz eindeutig die Abschaffung des Kommas vor dem erweiteren Infinitiv.

Aus

Das Licht ist hochenergetisch genug, um Exzitonen im organischen Material zu erzeugen.

wäre also

Das Licht ist hochenergetisch genug um Exzitonen im organischen Material zu erzeugen.

geworden.

Ein Komma vor dem erweiterten Infinitv durfte zwar weiterhin gesetzt werden, es war aber nicht vorgeschrieben. Ich persönlich kam beim Lesen nach neuer Rechtschreibung verfasster Texte regelmäßig ins Stocken, wenn vor einem erweiterten Infinitiv das Komma “fehlte”, und war wenig angetan von dieser spezifischen neuen Regelung.

Die seit dem 1. August 2006 geltende Neuregelung der deutschen Rechtschreibung (siehe darin Kapitel E, Abschnitt 1, Punkt c auf Seite 14) führt nun das Komma vor dem erweiterten Infiniv wieder ein, um – da bin ich mir sicher – die deutsche Sprache zu retten! :-)

Zwiebelfisch in Darmstadt

Friday, February 3rd, 2006

Passend zu den aktuellen Beiträgen zur deutschen Sprache: Bastian Sick hält am Mittwoch, dem 8. März 2006, in Darmstadt einen Vortrag. Bastian Sick ist Autor der unterhaltsamen und klugen Spiegel-Online-Kolumne Zwiebelfisch (auch in diesem Weblog bereits freudig zitiert), in der es um die deutsche Sprache geht.
Nach Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod erscheint nun Sicks zweites Buch mit gesammelten Zwiebelfischkolumnen, mit dem wenig abwechslungsreichen Namen Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod – Folge 2. Die gleichlautende Veranstaltung findet um 19:45 im Vortragssaal der Universitäts- und Landesbibliothek im Schloss statt. Mehr Infos gibt es bei der Buchhandlung H. L. Schlapp, dort sind vermutlich auch Karten im Vorverkauf erhältlich.
Ich schau mir das jedenfalls mal an und werde demnächst die Karten kaufen – wer mitkommen will sollte rechtzeitig Bescheid sagen, dann besorge ich ‘ne Karte mit.

Dem Wahn Sinn noch mehr Lücken

Monday, January 30th, 2006

In einem vorangegangenem Gezeter über Drei große Verbrechen an der deutschen Sprache habe ich bereits berichtet, dass der Darmstädter Minimal in der Heinrichstraße bei der sinnlosen Verwendung von Anführungszeichen an vorderster Front mitkämpft. Aber auch bei den Leer Zeichen des Wahn Sinns ist er vorne mit dabei.
So gibt es dort nicht etwa eine Fleischtheke, sondern eine – nein, keine Fleisch Theke, sondern sogar eine Qualitäts Metzgerei. (Seitdem ich mich durch den ausführlichen Beitrag selbst für die Beobachtung der sogenannten Deppenleerzeichen sensibilisiert habe, begegnen sie mir ständig!)

Ãœbrigens geht das Leerzeichenspiel auch andersrum: Bei einem Restaurant bei mir um die Ecke werden auf drei DIN-A4-Ausdrucken die Spezialitäten zum Mitnehmen angepriesen: Pizza (da kann ja noch wenig passieren), Teigwaren (Juchuh, richtig geschrieben, ganz ohne Leerzeichen) und Kaltespeisen (Schade, knapp daneben. Ein Leerzeichen mehr oder [< – exklusives oder!] ein e weniger hätten’s getan). Wobei Kaltspeisen dann aber auch nur sprachlich, nicht aber inhaltlich richtig gewesen wären…

ozonisieren

Tuesday, January 10th, 2006

Duden, alte Rechtschreibung:
ozo|ni|sie|ren (mit Ozon behandeln)
Nach der neuen Rechtschreibung darf man es jetzt auch o-
zonisieren trennen.

Wilde Assoziationen werden wach…
Ist das Zonisieren das Gegenteil von Wiedervereinigung? Steht o-zonisieren kurz für ostzonisieren?

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